Fachwissen mechanische Uhren


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Uhrenlexikon

wird laufend erweitert!

Ankerhemmung
- diese Hemmung wird im wesentlichen nach 3 Bauarten unterschieden
• Spitzzahnankerhemmung oder englische Ankerhemmung
• Kolbenzahnankerhemmung od. Schweizer Ankerhemmung
• Stiftankerhemmung

Automaten nennt man die meist Schweizer Taschenuhren mit Figuren auf dem Zifferblatt, die bei Funktion des Schlag- oder Repetierwerks sichtbare Bewegungen ausführen. Sie wurden vom endenden 18. bis ins frühe 19. Jahrhundert hergestellt.

Bergkristalluhr - Bergkristalluhren tauchten um ca. 1620 auf und wurden bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts hergestellt. Sie hatten äußerst kunstvoll gearbeitete Gehäuse aus Bergkristall.

Bisamapfel - kunstvoll gearbeiteter Duftbehälter, der bis ins 17 Jahrhundert verwendet und oft als Schmuck getragen wurde. Er diente aber nicht nur als Behälter von Duftstoffen. Peter Henlein soll tragbare Uhren in Bisamäpfel eingebaut haben. Denn laut den Stadtakten von Nürnberg erhielt er 1524 am 11. Januar 15 fl. für einen "vergulten pysn Apffel für all Ding mit einem Oraiologium".

Brücken nennt man Lagerträger, die an zwei Punkten mit der Platine verschraubt sind. Kloben dagegen sind nur an einem Punkt befestigt.

Châtelain (frz.), (sprich Schatläng) die Gürtelkette; auch für Uhren gebräuchlich, die an der Gürtelkette getragen wurden.

Chaton (frz.), so wird ein Steinfutter genannt, wenn es in die Platine gepasst und durch Schrauben festgehalten wird.

Chronograph (grch.), ursprünglich Zeitschreiber, nennt man die Uhrwerke, welche Beobachtungen mittels sichtbarer Zeichen aufzeichnen. Stoppuhreinrichtung mit Auslösemechanismus. Der Chronograph dient zum Messen großer Geschwindigkeiten.

Chronometerhemmung ist eine freie Hemmung und wurde bei Taschenuhren (Taschenchronometer) von ca. 1775 bis 1915 eingebaut.

Cuvette, frz. (sprich küwett), wird bei Taschenuhren der innere Staubdeckel genannt. Bei englischen Spindeltaschenuhren oft in Form einer Dose mit verschiebbarem Verschluss, in diesem Fall auch Staubkapsel genannt.

Cylinderhemmung oder Zylinderhemmung, früher auch als Sautroghemmung bezeichnet. Eine ruhende Hemmung. Anfang des 19. Jahrhunderts verdrängte die Zylinderhemmung immer mehr die Spindelhemmung.

Darmsaite, eine aus dünnen Därmen hergestellte Saite, wurde in der Uhrmacherei in verschiedenen Stärken beim Gewichtsaufzug, Drehen etc. benutzt. Bevor die Kette erfunden wurde (1664), hatten die Spindeltaschenuhren eine Saite anstelle der Kette.

Doppelradhemmung siehe Duplexhemmung

Duplexhemmung oder auch Doppelradhemmung. Eine ruhende Hemmung. Das Hemmungsrad hat eine doppelte Reihe Zähne, nämlich lange Randzähne in der Ebene des Rades und senkrecht darauf kurze Stifte, parallel mit der Achse. Das Wort "Duplex" stammt aus dem Lateinischen und heißt auf Deutsch "Doppelt".

Eigenschwingfähigkeit nennt man die Fähigkeit schwingender Gangregler, nach erreichen des Umkehrpunktes ihres Schwingungsweges selbständig die nächste Schwingung in die andere Richtung durchzuführen. Ermöglicht wird dies bei der Unruh durch die Spannung der Spiralfeder, die sich auf- und abwickelt.

Einzeigeruhr nennt man eine Uhr, die nur mit dem Stundenzeiger ausgestattet ist. Minutenzeiger gibt es erst seit ca. 1680/1690.

Email oder Schmelzglas. Eine leichtflüssige, oft durch Metalloxyde gefärbte Schmelzmasse, dient dazu, um Gegenstände aus Metall oder gebrannter Erde mit einem schützenden oder färbenden Überzug zu überziehen. Das Emaillieren geschieht, indem man die in pulverförmigem Zustand mit Wasser angemachte Glasmasse auf der durch Beizen mit Säuren gereinigten Fläche ausbreitet und dann zum Schmelzen bringt. Nach Erkalten bildet sie eine harte, glatte, glänzende und festhaftende Decke; das Einbrennen erfolgt nie auf offenem Feuer, sondern stets in Muffelöfen. Die Emailmalerei kannten schon die alten Ägypter und Griechen, ebenso ist in China, Japan und Indien die Emailtechnik schon seit Jahrtausenden bekannt. Die Emailzifferblätter waren schon im 17. Jahrhundert gebräuchlich.

Federbremse oder Stackfreed. Eine Peter Henlein zugeschriebene Erfindung zum Ausgleich der sich verändernden Antriebskraft der Zugfeder. Das Stackfreed wurde nur in Süddeutschland und der deutschsprachigen Schweiz gefertigt - und das auch nur seit der Zeit Peter Henleins bis ca. 1650. Uhren mit Stackfreed sind dementsprechend selten und wertvoll.

Federhaus, frz. barillet, so wird das zylindrisch geformte Gehäuse genannt, in dem die Zugfeder der Uhr liegt.

Federkraftausgleich - Vorrichtung zum Ausgleich der sich verändernden Antriebskraft der Zugfeder. Die voll gespannte Zugfeder hat die größte Kraft, beim ablaufen entspannt sich die Feder immer mehr und die Antriebskraft verringert sich. Für einen genauen Gang der Uhr ist eine möglichst konstante Antriebskraft erwünscht. Die wichtigsten Erfindungen für Ausgleich der Federkraft sind die Schnecke, die Federbremse (Stackfreed) und die Federvorspannung.

Federvorspannung oder Federspannung, eine Vorrichtung, durch welche die Feder am Ende der Bewegung noch zu einem gewissen Teil gespannt bleibt, die Anspannung der Feder beträgt gewöhnlich einen halben bis ganzen Umgang. Die Feder bleibt, was beim gänzlichen Ablauf sehr leicht vorkommen könnte, durch das Anspannen vor dem willkürlichen Aushaken bewahrt. Außerdem gewährt die Anspannung den besonderen Vorteil, dass dadurch nur solche Federumgänge zur Wirksamkeit herangezogen werden, deren Anfangs- und Endkraft sich ziemlich gleich bleibt, was bei Taschenuhren hinsichtlich der Reglage sehr ins Gewicht fällt.

Figurenanzeiger nennt man die beweglichen Arme der auf Emailzifferblättern aufgesetzten Figuren. Links neben der Figur findet man die Minuteneinteilung, rechts die Stundeneinteilung. Drückt man auf das Pendant, springen beide Arme aus der Ruheposition und zeigen die Stunden und Minuten an. Taschenuhren mit Figurenanzeigern wurden von ca. 1800 bis 1820 in Genf und in der Westschweiz gebaut.

Formuhren oder Formenuhren sind tragbare Uhren mit meist kostbaren Gehäusen in den verschiedensten Fantasieformen und der Gehäuseform angepassten Werken. Nachgebildet wurden Tiere, Blüten, Musikinstrumente, Bücher und andere Gegenstände. Auch die bekannten Kreuzuhren und Totenkopfuhren zählen zu den Formuhren.

Gangrad oder Hemmungsrad nennt man im Allgemeinen das letzte Rad im Gehwerk einer Uhr, welches unmittelbar mit der Hemmung in Verbindung steht. Dasselbe führt je nach der Konstruktion oder der Hemmung der Uhr meistens eine diesbezügliche Bezeichnung, wie z.B. Steigrad, Ankerrad, Zylinderrad etc. Ebenso ist auch je nach Art der Hemmung, die Gestalt des Gangrades selbst, wie auch die Form der Zähne, sehr verschieden.

Gangregler nennt man jene Einrichtung in der Uhr, deren gleichmäßige Schwingung als Zeitnormal dient. Der ältesten, nicht eigenschwingfähige Gangregler waren die Waag (Foliot), Löffelunrast und Radunrast. Eine bedeutende Verbesserung der Ganggenauigkeit der Uhren brachte die Erfindung der eigenschwingfähigen Gangregler: Unruh und Pendel.

Getriebe, im Allgemeinen Überbegriff der zusammen arbeitenden Bewegungsmechanismen, besonders hinsichtlich der Zahnräder.

Goldemailuhr nennt man eine Uhr mit goldenem Gehäuse mit Emailfarbenmalerei. Goldemailuhren sind in der Renaissancezeit aufgekommen. Im ausgehenden 18. und frühen 19 Jahrhundert erfreuten sich Goldemailuhren besonderer Beliebtheit.

Haarriss nennt man einen sehr feinen Riss im Email des Zifferblattes. Ein kleiner Trick: durch einreiben mit einer angeschnittenen Knoblauchzehe werden Haarrisse oft so gut wie unsichtbar.

Halbsavonette, Taschenuhr mit Sprungdeckel in dem ein rundes Fenster das ablesen der Zeit ermöglicht, ohne den Deckel öffnen zu müssen.

Hemmung, Mechanismus in der Uhr mit folgenden Aufgaben: die beschleunigte, von der Antriebskraft dem letzten Rade zugeführte Bewegung zu mäßigen, also zu hemmen; die Antriebskraft nach und nach auf das Räderwerk wirken zu lassen; die Kreisbewegung des Gangrades in die hin- und herschwingende des Gangreglers zu verwandeln; dem Gangregler (Unruh) die Kraft wieder zu ersetzen, die ihm durch Luftwiderstand und Reibung geraubt wurde, wodurch ein gleichförmiger Gang der Uhr bewirkt wird.

Hemmungsrad oder Gangrad nennt man im Allgemeinen das letzte Rad im Gehwerk einer Uhr, welches unmittelbar mit der Hemmung in Verbindung steht. Dasselbe führt je nach der Konstruktion oder der Hemmung der Uhr meistens eine diesbezügliche Bezeichnung, wie z.B. Steigrad, Ankerrad, Zylinderrad etc. Ebenso ist auch je nach Art der Hemmung, die Gestalt des Hemmungsrades selbst, wie auch die Form der Zähne, sehr verschieden.

Impuls nennt man bei der Uhr den kleinen Stoss, den die Hemmung dem Gangregler erteilt.

Isochronismus. Unter Isochronismus versteht man die völlige Gleichheit der Dauer aller Schwingungen des Pendels oder der Unruhe. Soll nämlich eine gute Uhr ihren Zweck, genau die Zeit zu messen, wirklich ganz erreichen, so müssen, ist einmal der Gang der Uhr reguliert, fortan alle Schwingungen des Pendels oder der Unruhe stets von gleicher Dauer, das heißt isochron sein. Diese Bedingung wird jedoch nur erfüllt, wenn dort die Länge des Pendels unveränderlich und hier die Größe der Unruhe dieselbe bleibt. Jedoch aber wird, wie bekannt, die Erfüllung dieser wichtigen Bedingung durch den Einfluss der Temperatur fortwährend mehr oder weniger erschwert, weil die Wärme alle Körper ausdehnt, die Kälte hingegen sie zusammenzieht. Man muss daher die Kompensation, das heißt diejenige Vorrichtung anbringen, wodurch der gestörte Isochronismus wieder hergestellt wird.

Jacquemart, Jacquemarts nennt man auf dem Zifferblatt einer Repetitionsuhr angebrachte bewegliche Figuren, die in Aktion treten, wenn die Uhr schlägt.

Karossenuhr, auch Satteluhr oder Kutschenuhr genannt. Eine federgetriebene Reiseuhr, die ab Beginn des 18. Jahrhunderts von Kutschern mitgeführt wurde. Diese Uhren sehen aus wie übergroße Taschenuhr und hatten eine Weckerfunktion.

Kette in Werken alter, tragbarer Uhren. Sie besteht aus lauter kleinen stählernen Gliedern, welche an jedem Ende gelocht sind; die Gliederwerden immer je drei so aufeinander gelegt, dass die drei Löcher derselben genau übereinander liegen und dann zusammengenietet. Die so durch eine große Anzahl von Gliedern gebildete Kette hat an jedem Ende ein Häkchen, mit welchem sie am Federhaus und an der Schnecke befestigt wird. - Die Kette fand zur Zeit der Spindeltaschenuhren die häufigste Verwendung. In den ersten Taschenuhren mit der Schnecke als Federkraftausgleich befand sich noch keine Kette, sondern statt dessen eine feine Darmsaite, welche mittels eingebrannter Knoten am Federhaus und an der Schnecke befestigt war und auf dieselbe Art, wie die Kette, darum gewunden wurde. Die Kette wurde erst im Jahr 1664 von A. Gruet aus Genf erfunden.

Kloben nennt man den Träger für Anker-, Unruh- oder Radlager, der nur an einer Stelle mit Stellstiften fixiert ist. Bei Spindeltaschenuhren ist der Kloben Lager und Abdeckung der Unruh - Spindelkloben.

Kolbenzahnankerhemmung, wird auch als Schweizer Ankerhemmung bezeichnet.

Kommahemmung, eine Hemmung deren Hauptteil eine kommaähnliche Gestalt hat. Sie wird auch Virgulhemmung genannt.

Kompensation, mit diesem Wort bezeichnet man bei Uhren diejenige Wirkung, welche verursacht, dass zwei Fehler bei ein und derselben Uhr sich einander entgegenarbeiten und einer den anderen aufhebt.

Krone, bei der Taschenuhr ein mit Rillen versehener drehbarer Knopf am Pendant. Er dient zum aufziehen des Uhrwerks und zum Stellen der Zeiger.

Kronrad - Das Kronrad hat seinen Namen von seiner Gestalt, weil es einer Krone ähnlich sieht. Es kommt in jeder Spindeltaschenuhr vor, wo es das vierte Rad ist. Die Zähne eines Kronrades stehen senkrecht auf der Radfläche.

Löffelwaag, eine Form der Waag (siehe Gangregler), wie sie in frühen, tragbaren Uhren zu finden ist. Die Löffelwaag ist ein schwingender Balken, der an beiden Enden löffelförmig verdickt wurde, daher der Name.

Minutenzeiger gibt es erst seit ca. 1680/1690. Früher waren die Uhren noch ziemlich ungenau, daher reichte der Stundenzeiger zur Zeitanzeige. Diese Uhren nennt man Einzeigeruhren.

Musikwerke gibt es in unterschiedlicher Ausführung. In der letzte Hälfte des 18. Jhd. waren winzige Glocken im Uhrwerk eingebaut, gegen Ende des 18. Jhd. verwendete man schon Walzenspielwerke und um ca. 1810 kommen Stiftscheiben zum Einsatz. Das Auslösen der Musikwerke erfolgt entweder selbstständig zur vollen Stunde oder auf Abruf, indem man den Knopf am Pendant drückt.

Mysterieuse ist die Bezeichnung für eine Taschenuhr, bei welcher der Zusammenhang zwischen dem Uhrwerk und der Zeigerbewegung verschleiert ist.

Niello (ital., vom lat. nigellum), bezeichnet eine dunkle, aus zusammengeschmolzenem Silber, Kupfer, Blei, Schwefel und Borax gemischte Masse, verwendet zur Ausfüllung von in Gold- und Silberplatten gravierten Verzierungen (Nielloarbeiten). Die Kunst des Niellierens erreichte im 13. Jahrhundert in Italien eine hohe Vollkommenheit, wurde eifrig geübt im östl. Europa, namentlich in Russland (Tulaarbeiten), und im Orient.

Oignon, französische Taschenuhren, die vor 1720 gefertigt wurden. Da sie durch ihre Dicke in der Form an eine Zwiebel erinnern, nennt man sie Oignon (frz.: Zwiebel). Meisten weist dieser Uhrentyp ein Bronzezifferblatt auf, auf dem Emailfeldern mit den Ziffern angebracht sind. Meistens verfügen diese Uhren nur über einen Zeiger, Oignons mit Minutenzeiger sind selten.

Paletten nennt man die Teile des Ankers, die in das Hemmungsrad eingreifen. Bei den meisten Taschenuhren sind sie aus Edelsteinen (z.B. synthetischem Rubin) gefertigt.

Pendant oder Pendent, (frz.), der Bügelknopf am Gehäuse der Taschenuhr.
Pfeiler nennt man die Abstandhalter, welche die vordere und hintere Platine miteinander verbinden.

Platine, frz., die Platte, Werkplatte, Uhrplatine.

Quarzuhr, eine elektrisch betriebene Uhr mit einem Werk bei dem ein Schwingquarz der Taktgeber ist.

Remontoir, Bezeichnung für den direkt mit dem Uhrwerk zusammenhängendem Aufzug über die Krone der Taschenuhr. Früher wurde die Taschenuhr über einen externen Schlüssel aufgezogen. Den Kronenaufzug gibt es (in Verbindung mit seitlichem Drücker zur Zeigerstellung) seit ca. 1840/1850. Dennoch wurden Taschenuhren mit Schlüsselaufzug noch bis Ende des 19. Jahrhunderts hergestellt.

Repetieruhr (Wiederholungsuhr), in Taschenuhren mit Repetition ist außer dem gewöhnlichen Gangwerk noch das Repetierwerk angebracht. Eine Erfindung des Engländers Barlow im Jahre 1676.

Roskopfuhr, robuste und billige Taschenuhren einfacher Konstruktion, die seit 1865 von Georg Friedrich Roskopf (1813 - 1889) gebaut wurden.

Sackuhr, früheste Bezeichnung für in dem Sack, der Kleidung getragene Uhren. Später nannte man sie Taschenuhren.

Satteluhren, große Reisetaschenuhren mit Schlagvorrichtung und einem Schutzgehäuse aus Leder.

Savonette, eine Sprungdeckeluhr. Um die Zeit abzulesen, muss man den Deckel durch Druck auf das Pendant öffnen. Bei der Halbsavonette kann man auch bei geschlossenen Deckel die Zeit ablesen.

Sautroghemmung nannte man zur Zeit des berühmten Uhrmachers Tompion (1638 - 1713) anfangs die Zylinderhemmung. Das Zylinderrad Tompion´s hatte noch nicht die später übliche Gestalt, es war flach und deshalb ruhten die Zähne noch nicht auf Säulen und der Zylinder besaß auch den unteren Einschnitt noch nicht, weshalb er einem Troge ähnlich sah, dadurch erhielt diese älteste Bauart der Zylinderhemmung den Namen Sautroghemmung.
Scheinpendel, eine kleine runde Scheibe auf einem Unruhschenkel, deren Bewegung man durch einen Ausschnitt im Zifferblatt beobachten kann. So scheint es, als habe die Uhr ein Pendel. Taschenuhren mit Scheinpendel wurden ab dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts hergestellt.

Sekundenzeiger finden erst seit ca. 1775 Verwendung. Früher waren die Uhren noch nicht derart genau, dass man einen Sekundenzeiger gebraucht hätte.

Spindelhemmung, die älteste aller Hemmungen. Wurde früher auch Lappengang genannt.

Spindeluhr kann man eigentlich jede Uhr mit Spindelhemmung nennen. Dennoch sind meistens Spindeltaschenuhren gemeint, wenn von Spindeluhren die Rede ist.

Stackfreed oder Federbremse. Eine Peter Henlein zugeschriebene Erfindung zum Ausgleich der sich verändernden Antriebskraft der Zugfeder. Das Stackfreed wurde nur in Süddeutschland und der deutschsprachigen Schweiz gefertigt - und das auch nur seit der Zeit Peter Henleins bis ca. 1650. Uhren mit Stackfreed sind dementsprechend selten und wertvoll.

Taschenchronometer oder Halbchronometer nennt man sehr präzise Uhren. Tragbaren Chronometer in Form einer großen Taschenuhr zur Bestimmung der geographischen Länge auf dem Lande. Als Taschenchronometer wurden vielfach auch feinere Taschenuhren mit Ankergang bezeichnet, die für manche Zwecke den eigentlichen Taschenchronometern (wegen der langsamen Schwingung der Unruhe und der empfindlicheren Steigradhemmung der letzteren) vorgezogen wurden.

Totenkopfuhren oder Totenschädeluhren haben ihren Namen von der Gestalt ihres Gehäuses erhalten, welches einem Totenkopf nachgebildet ist. Sie kamen im 16. Jahrhundert auf und wurden zu der Zeit, besonders von Ordensgeistlichen mit Vorliebe genutzt. Die zur selben Zeit in Mode gekommenen Uhren in Sargform fanden weniger Anklang.

Tourbillon nennt man ein Uhrwerk, in welchem die Hemmung derart angeordnet ist, dass sie mit allen ihren Teilen um das auf der Werkplatte feststehende Sekundenrad herumgeht, wobei die Unruhachse genau über dem Sekundentrieb und in der selben Richtung mit dessen Achse liegt. Alle Gangteile befinden sich in einem besonderen, sehr leicht gearbeiteten Gestell, welches mit dem Sekundentrieb fest verbunden ist, so dass dieses die Achse des Ganggestelles bildet. Selbstverständlich kann jede Hemmung zum Tourbillon verwendet werden, jedoch wählt man gewöhnlich den Chronometergang dazu, da die Ausführung des Tourbillons nur mit großer Sorgfalt und besonderer Geschicklichkeit geschehen kann. Geringe Arbeit ist hierbei nicht denkbar, da die Gangteile außerordentlich zart und fein sein müssen. Jede Uhr mit Tourbillon-Anordnung ist zwar groß und dick, aber für die Hemmung ist dennoch nur sehr wenig Platz vorhanden. Der Zweck dieser, von Abraham Louis Breguet erdachten Anordnung ist es, den Gang von Taschenuhren unabhängig von Störungen aus einem mangelhaften Gleichgewicht der Unruh zu machen.

Trieb, Ritzel - ein kleines Zahnrad, welches in der Regel 6 - 14 Zähne hat und in einem Getriebe zur Veränderung des Übersetzungsverhältnisses zwischen Zahnrädern mit höherer Zähnezahl dient.

Tula-Uhren nennt man die Taschenuhren, deren silberne oder goldene Gehäuse eingegrabene Zeichnungen von Verzierungen oder Figuren besitzen, bei denen die vertieften Linien mit einer dunklen Masse, dem Niello ausgefüllt sind, damit die Verzierungen etc. deutlicher hervortreten. Die Niellomasse besteht aus einem Gemisch von Silber, Kupfer, Blei und Schwefel, indem diese Metalle, unter Hinzufügung von Borax, zusammengeschmolzen werden. Die Kunst des Niello wurde hauptsächlich in Tula, einer Stadt in Russland, gepflegt, daher der Name Tula-Uhren, Tuladosen, Tula-Schmuck etc.

Unrast, ein Gangregler, der bis Ende des 17. Jahrhunderts Verwendung fand. Es gibt die Radunrast und die Löffelunrast (Löffelwaag). Die Unrast ist der Vorläufer der Unruh. Die Unrast war noch mit keiner Spiralfeder ausgestattet und war daher nicht eigenschwingfähig.

Unruh, frz. Balance, das Schwungrad in Taschenuhren. Es handelt sich hier um eine Weiterentwicklung der Unrast. Der in der Regel radförmige Gangregler mit Spiralfeder ist eigenschwungfähig und ermöglichte den Bau tragbarer Uhren mit erheblich verbesserter Ganggenauigkeit. Die Spiralfeder der Unruh war ein Meilenstein in der Geschichte der Uhrentechnik und wurde 1665 vom genialen Uhrmacher Christian Huygens erfunden. Ab 1690 wurde die Spiralfeder allgemein angewendet.

Verge, englisches und französisches Wort für Spindel.

Viertelrepetieruhren nennt man Uhren, die außer den Stunden auch die Viertelstunden, manchmal auch die halben Viertelstunden, repetieren.

Virgulhemmung, eine alte Bezeichnung für die Kommahemmung (siehe dort).

Waag, ein waagbalkenförmiger, unruhähnliches Teil, dessen Enden kleine Gewichte trugen, welche die Dauer der Schwingung regulierten. Die Schwingungen der Waag erfolgen schneller oder langsamer, je nachdem, ob man die Reguliergewichte am Waagbalken näher am Zentrum oder weiter außen anhängt, da der Trägheitsmoment dadurch verändert wird.

Wurmschraube, oftmals vorkommend bei Lauf- und Zählwerken. Ist dasselbe wie Schraube ohne Ende.

X - römisches Zahlzeichen für 10

Yellowmetall, Neumessing, besteht aus 60 Teilen Kupfer und 40 Teilen Zink. Es zeichnet sich durch vorzügliche Eigenschaft der Bearbeitung aus, ist in Rotglut schmiedbar und wird je nach den verlangten Eigenschaften legiert.

Zifferblatt, gewissermaßen das Gesicht der Uhr. Es dient in Verbindung mit den Zeigern der Zeitanzeige.

Zylinderhemmung, eine ruhende Hemmung. Ihre Teile und Form sind ziemlich verwickelt, doch ist sie in ihrer Wirkung einfach. Die Ruhereibung erfolgt in ziemlich tangentärer Richtung, sie ist deshalb keine "eingehende", welche schädlich ist. Wenn die Hemmung selbst richtig angelegt ist, so besitzt sie nur gegen 35 Grad eigentliche Hebung, doch es kommen hierzu noch die zum sicheren Ruhe-Auffall erforderlichen Auffallwinkel von ca. 5 Grad. Die Zylinderhemmung soll nicht tief auf Ruhe auffallen, sie erzeugt bei richtigen Verhältnissen eine Unruhe-Schwingung von 3/5 bis 2/3 eines Kreises; sie vermag aber einen Kreis zu beschreiben, ohne zu prellen. Der Ausschwung, das ist die Begrenzung der Unruheschwingung, wird durch einen Stift erzeugt, der sich am Unruhering äußerlich befindet und der gegen einen anderen anschlägt, welcher unter der Zylinderbrücke vorhanden ist. Die Unruhe ist nicht allzuschwer, die Zapfen brauchen aber auch nicht allzufein sein, dies machte die Hemmungen für Uhren des gewöhnlichen Gebrauches geeignet. Die Abnutzung des Materials ist nur sehr gering, das Öl hält sich gut an ihr, sie erfordert keine allzustarke Triebfeder, doch müssen die Unruhezapfen und auch die des Rades in Steinen laufen.

Zylinderuhr oder Cylinderuhr, diese Art Taschenuhr hat ihren Namen von dem wesentlichen Teil ihrer Hemmungsvorrichtung, welche aus einem kleinen, hohlen ausgeschnittenen Zylinder besteht, worauf die Zähne des Gangrades (Hemmungsrades) während des Schwungs der Unruhe innen und außen aufliegen. Die Zylinderhemmung gehört zur Klasse der Hemmungen mit reibender Ruhe und ist ungefähr um das Jahr 1720 vom berühmten englischen Uhrmacher Graham erfunden worden. Die Zylinderuhr leistete für den bürgerlichen Gebrauch die besten Dienste und hatte deshalb ihre Vorgängerin, die Spindeluhr bald vollständig verdrängt.

Newsletter


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü